Predigt Neujahr 01.01.2014

Caselwitz, 1. Januar 2013

 

Silvester

Jahreslosung 2014

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserm Vater und unserm Herrn Jesus Christus! Amen.

 

Die Jahreslosung für das neue Jahr 2014 steht im Psalm 73 und lautet: „Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“

 

Liebe Gemeinde,

Was ist Glück? Die gängigen Glücksvorstellungen: Urlaub, Lottogewinn, Karriere und Berühmtheit, viele kommen mit zunehmendem Alter zu dem Schluss: so Elementares wie Gesundheit. Welches sind die glücklichsten Menschen, die ich getroffen habe? Nicht die Reichen, nicht die Karrieremenschen, die sind gestresst und angespannt, immer auf der Jagd nach mehr, auf der Suche nach dem neuesten Kick.

Glücksuntersuchungen: am glücklichsten sind Menschen mit guten Freunden, stabilen Beziehungen, Menschen, die sich geliebt wissen. Dänen besonders, weil sie niedrige Ansprüche und hohe Zufriedenheit haben, eine sehr soziale Gesellschaft, die Südeuropäer tendenziell zufriedener als die Nordeuropäer, weil für sie Zusammensein mit Freunden, Geselligkeit, Austausch und Familie eine extrem wichtige Rolle spielt. Fazit: menschliche Nähe macht glücklicher als Besitz oder Erfolg, Dankbarkeit und Zufriedenheit mehr als Reichtum. Welche Menschen haben auf mich den glücklichsten Eindruck gemacht? Menschen aus Afrika.

Die Geschichte vom glücklichen Fischer/ Bettler.

In einem Hafen schläft ein ärmlich gekleideter Fischer und wird durch das Klicken des Fotoapparates eines Touristen geweckt. Anschließend fragt der Tourist den Fischer, warum er denn nicht draußen auf dem Meer sei und fische. Heute sei doch so ein schöner Tag, um einen guten Fang zu machen, es gebe draußen viele Fische. Der Fischer antwortet, er sei schon draußen gewesen und habe so gut gefangen, dass es ihm für die nächsten Tage noch reiche. Der Tourist entgegnet, dass der Fischer noch zwei-, drei- oder gar viermal hinausfahren und viel mehr Fische fangen könne und dann ein kleines Unternehmen aufbauen könnte, danach ein größeres Unternehmen und dieses Wachstum schließlich immer weiter steigern könnte, bis er sogar das Ausland mit seinem Fisch beliefern würde. Danach hätte der Fischer dann genug verdient, um einfach am Hafen sitzen und sich ruhig entspannen zu können. Der Fischer antwortet etwas verwundert, das tue er doch jetzt schon. Darauf geht der Tourist nachdenklich und ein wenig neidisch fort.

Augustins Suche nach dem Glück und das Fazit seiner jahrelangen Suche: unruhig ist das Herz des Menschen, bis es in Gott ruht. Die Nähe Gottes, die Geborgenheit in seiner Hand, der Kontakt mit ihm in Gebet und Meditation ist für ihn die größte Quelle des Glücks.

Die Geschichte von dem glücklichen Vater – ein Ahnung davon, wie Gott für uns, seine Kinder fühlt? Er denkt unablässig an uns, sucht uns, möchte mit uns zusammen sein. Er hat sozusagen unser Bild in seinem Portemonnaie.

Gott nahe zu sein, unser Glück. Die häufigste und zentralste Zusage der Bibel: Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir, ich bin dir nahe! Das ist es, was den Psalm 23 zum Lieblingspsalm unzähliger Menschen macht, diese konzentrierte Zusage Gottes, immer für uns zu sorgen in Liebe und Güte und immer an unserer Seite zu bleiben: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.“ Genau in diesem Vertrauen und dieser Geborgenheit bei Gott liegt unser ganzes Glück. Er ist immer nahe, auch in den schwersten Stunden noch. Auf diese Zusage der Nähe Gottes gründen sich alle anderen, die so zentral und wichtig sind: Gott vergibt uns: weil wir ihm so wichtig sind und er uns nahe ist, deshalb darf keine Sünde uns trennen von ihm, er vergibt uns (Verlorener Sohn). Und weil er so eng mit uns verbunden ist, kann auch der Tod uns nicht von ihm trennen: er schenkt uns das ewige Leben. Seine Nähe ist mit Händen greifbar geworden in Jesus Christus, seinem Sohn: der ewige Gott ist Mensch geworden, auf die Erde gekommen, ein kleines Kind in einem Stall geboren, das ist der Beweis und die Offenbarung seiner äußersten Sehnsucht nach Nähe zu uns Menschen. Und deshalb heißt dieser Sohn Gottes: Jesus, als Gott rettet und er wird Immanuel genannt bei Matthäus, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Die ganze Geschichte Gottes ist voller Zeichen seiner Nähe: die Stiftshütte, die Bundeslade, die Wolken- und Feuersäule, der Regenbogen, die Sterne am Himmel etc, aber diese Geschichte mit den Menschen läuft hinaus auf das Größte, was Gott verschenken kann: seinen Sohn und mit ihm sich selbst, damit überwindet er alle Grenzen und Hindernisse, er will eins werden mit uns, das ist das Ziel der Geschichte, diese Nähe des Allmächtigen mit uns Menschen.

Wie wissen wir von dieser Nähe: durch den GD, die Musik, durch Gebet, durch Weihnachten, aber scheinbar haben alle Menschen eine dünne Stelle, wo diese Wahrheit jeden Moment durchbrechen kann: Bsp. des französischen Kommunistenführers, der als Atheist in eine Kirche in Paris hineinging und 5 Minuten später als Christ wieder herauskam. Bsp.: das Kleinkind, dessen atheistischer Vater seine Tochter die atheistische Weltentstehung zu erklären versuchte, bis sie jubelnd die Alternative entdeckte.

Wir haben nur wenige lichte Momente, wo das Licht Gottes, seine Nähe so direkt hindurchstrahlt, es ist mehr ein Hintergrundlicht, eine Grundmelodie, die leise irgendwo unter allem Lärm des Alltags immer mitsummt. Wir ahnen nur die Nähe Gottes, zweifeln daran, spüren manchmal erschreckende Leere und furchterregende Dunkelheit. Aber die vollkommene Nähe Gottes werden wir erst in Gottes Reich erfahren, wenn er uns in den Himmel heimholt. In der Bibel konnten nur sehr wenige Menschen Gott sehen, seine unmittelbare Nähe spüren, einen Moment lang einen kleinen Vorgeschmack des Himmels erfassen. Diese Ausnahme zeigt nur um so deutlicher: jetzt ist die Zeit des Hoffens und Glaubens, aber es wartet die Nähe Gottes, die so überwältigend schön sein wird, dass es alle Vorstellungen übersteigt. Menschen, die einen Moment lang Gottes Nähe gespürt haben, und ich kenne einige, für die ist dies der absolut größte Glücksmoment ihres Lebens gewesen. Auf uns wartet unfassbares Glück im Himmel und sie besteht darin, Gott nahe zu sein: Offb. 21. Und er selbst, Gott wird mit ihnen sein.

Gott macht uns in der Schöpfung zu seinen Partnern. In Jesus macht er uns zu seinen Kindern, zu Brüdern Jesu Christi, zu seinen Freunden und Gefährten. Diese enge Gemeinschaft mit ihm, das Leben in seiner Gegenwart, die Geborgenheit in ihm, das Zusammensein mit ihm, ist unsere Bestimmung und unser Glück.

Bildbetrachtung zur Jahreslosung 2014: hier zeigt uns der Künstler eine Stelle, wo wir in besonderer Weise Gottes Nähe erfahren: der Kelch mit den Trauben deutet hin auf das Heilige Abendmahl. Hier, so sagt uns Jesus, gibt er sich selbst in Brot und Wein, hier können wir ihm leibhaftig begegnen, indem wir miteinander essen und trinken in seinem Namen und seine Gnade empfangen indem wir einfach die Hände öffnen und uns geben lassen. Wir sehen das Kreuz mit einem Blutstropfen angedeutet. Im Abendmahl treten wir in Gottes Gegenwart und er sagt uns zu, dass uns nichts mehr von ihm trennt und dass er uns nahe ist. Das feiern wir und bekennen wir. Es ist mehr als wir mit dem Verstand begreifen und fühlen, aber es ist gewiss für uns, weil wir es hören und schmecken. Es ist ein heiliges Wunder, das uns tiefer ins Herz dringt, je mehr wir uns dafür öffnen. Diese Nähe Gottes, gilt nicht nur für das Abendmahl, sondern für unser ganzes Leben.

Wer die Nähe Gottes erlebt, der kann seinen Mitmenschen nicht mehr fern sein.

 

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Amen.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus unserm Herrn. Amen.

Sprechzeiten im Pfarramt

Büro (Verwaltung und Friedhof): Frau Müller
Montag und Dienstag 10:00 Uhr-11:30 Uhr, sowie Donnerstag 15:00 Uhr - 17:00 Uhr

Pfarrer Krause:
Donnerstag: 9.00 Uhr-11.00 Uhr
sowie jederzeit nach Vereinbarung!

Tel.: (03661) 6646
Fax: (03661) 45 52 50