Predigt Heiligabend 24.12.2013

Caselwitz, 24. Dezember 2013

 

Heiligabend

Lukas 2, 1-14

 

Liebe Gemeinde,

(Glocke) – der Klang dieser Glocke gehört für mich zu Weihnachten. In meiner Kindheit bei uns zuhause blieb die Tür zum Weihnachtszimmer verschlossen und wir mussten im Nebenzimmer warten, eine scheinbar endlose Zeit, bis – ja bis (Glocke) dieser Klang zu hören war. Denn die Glocke kündete an: jetzt ist es soweit, es geht endlich los, wir dürfen hinein ins Weihnachtszimmer, den Weihnachtsbaum in strahlendem Glanz sehen und die Geschenke darunter auspacken. Diese Glocke, das ist ein spezieller Klang von Weihnachten.

Ich stelle mir vor, welche Klänge zum ersten Weihnachten vor 2000 Jahren in Bethlehem ertönten. Da haben keine wunderschönen Glöckchen geklingelt zur Bescherung. Da waren rauhe Töne zu hören: die harten Kommandos von römischen Soldaten, das Klagen der Hirten auf den Feldern über ihr trauriges Leben vermischt mit dem Blöken der Schafe. Und dann ertönte das Klingeln. Maria und Josef zogen umher in den Straßen von Bethlehem und klingelten an zahllosen Türen von Gasthäusern und suchten nach einer Bleibe. Aber vergebens all das Klingeln. Alle Türen blieben verschlossen. Doch dann, als sie schließlich nur noch in einem Stall Zuflucht gefunden hatten, zerriss ein leises Babyschreien die Stille: das Kind war geboren! Das Warten hatte ein Ende, die Sehnsucht war am Ziel: jetzt war ER da! Jetzt war es Weihnachten! Und plötzlich war alles anders. So wie für mich als Kind, als die Glocke erklang und es hinein ging in das Weihnachtszimmer. Ein ungeheures Staunen, pure Freude! Weihnachten hat einen wundervollen Klang bekommen, seit Jesus da ist und wir jedes Jahr seinen Geburtstag feiern dürfen. Denn nun ist die Tür offen, die Tür zu Gott, die Tür zur Freude. Er hat sie geöffnet für uns.

Liebe Gemeinde, in früherer Zeit sind die Nachtwächter und auch die Boten durch die Straßen gezogen und haben geklingelt (Glocke) mit solch einer Glocke, wenn es eine wichtige Nachricht mitzuteilen gab. Dann haben alle ihre Fenstern und Türen geöffnet und gespannt hingehört: was gibt´s Neues? Die Glocke kündigt eine Botschaft an, die alle Leute etwas angeht. Weihnachten hat mit einer Botschaft zu tun, die alle hören sollen und die uns etwas angeht. Deshalb läuten die Glocken heute. Hört diese Freudenbotschaft, rufen sie.

Es gibt sehr viele laute Töne, die heute die Weihnachtsbotschaft übertönen. Unsere Weihnachtszeit ist für viele laut und hektisch. Manche Leute haben bis heute Nachmittag in den Geschäften verkauft, viele müssen über Weihnachten Dienste leisten. Die Welt ist voll von Missklängen: an vielen Stellen ist keine Harmonie, sondern Streit, Einsamkeit und Trauer. Viele haben das Gefühl, dass für sie die Tür zu Weihnachten verschlossen bleibt. Sie fühlen sich so ausgeschlossen und hoffnungslos wie Maria und Josef draußen vor dem überfüllten Gasthaus. Doch dann kam dieser neue Klang in die Welt: durch Jesus, durch das kleine Kind in der Krippe, denn er brachte Licht an diesen dunklen Ort, gewaltige Freude den Hirten von Bethlehem mitten bei ihrer nächtlichen Arbeit, er brachte Frieden in eine unfriedliche Welt, Rettung und Heil für die Verlorenen.

Engel stimmten wundervolle Musik vom Himmel an, ein Jubelklang ging um die Welt. Gott ist auf die Erde gekommen. Er besucht uns in Jesus. Wenn alle Türen für uns verschlossen sind, Gott selbst öffnet diese Tür und schenkt uns seinen Sohn und durch ihn große Freude.  

Damals in der Kindheit, (Glocke) als diese Glocke erklang und die Tür aufging ins Weihnachtszimmer, da haben wir nicht sofort die Geschenke aufgerissen, nein wir haben uns alle versammelt unter dem Baum und die frohe Botschaft von der Geburt Jesu gehört und Weihnachtslieder gesungen. Und mit der Zeit habe ich begriffen: genau das ist der Kern von Weihnachten, das ist der Grund aller Freude, das ist das größte Geschenk, dass Gott mir die Tür öffnet, mich ruft, zu mir kommt. Das erfüllt mich bis heute jedes Weihnachten neu mit übergroßer Freude. Warum hatte die Weihnachtsglocke für mich als Kind so einen wundervollen Klang? Weil sie nicht wie die Schulglocke tönte: Du musst jetzt da rein! Da will einer was von dir! Sondern die Weihnachtsglocke sagte damals und sie sagt heute jedem von uns: Du darfst hinein. Tritt an die Krippe, du wirst erwartet, du wirst beschenkt! Denn Gott tritt heute ein in unsere Welt. Es ist Weihnachten für jeden von uns!

Amen.

 

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