Kirchenchor

110 Jahre Kirchenchor Caselwitz

 

„...singet, betet, lobet den Herrn“ – mit diesen Worten, von einer blumengeschückten Girlande umkränzt, war die Eingangstür der Caselwitzer Martin-Luther-Kirche liebevoll dekoriert und geschmückt, als wir Sängerinnen des Kirchenchores zum Festgottesdienst anlässlich unseres 110jährigen Gründungs-Jubiläums am Sonntag, den 16.09.07 unter feierlichen Posaunenklängen in die voll besetzte, blumengeschmückte Kirche einzogen. Ein festliches Wochenende mit viel Musik liegt hinter uns... Die Feierlichkeiten wurden am Sonnabend, den 15.09.07, mit unserer 3. Sommermusik eingeläutet; ausgestaltet und dargeboten vom Chor der Apostolischen Gemeinde Greiz, dem Caselwitzer Kirchenchor und den Gesangs- und Instrumentalsolisten beider Chöre. Den zahlreich erschienenen Zuhörern wurde ein abwechslungsreiches Programm mit geistlichen Chorsätzen, solistischen Darbietungen und Instrumentalstücken geboten, dessen Teile Pfr. Krause durch besinnliche Worte verband. Herzlicher Beifall erfreute alle Beteiligten.

Der Festgottesdienst am Sonntag stand ganz im Zeichen des Jubiläums. Vom Altarraum aus boten wir Lieder, passend zur Gliederung des Gottesdienstablaufes, dar. Pfarrer Krause sprach in seiner Predigt von der Bedeutung der Kirchenmusik und gab einen kurzen Abriss zur Entstehungsgeschichte des Caselwitzer Chores. Beim späteren Verlesen der aktualisierten Chor-Chronik konnte die Festgemeinde einen Einblick in das Chor- und Gemeindeleben der vergangenen 10 Jahre bekommen.
In diesem Festgottesdienst wurden wir Sängerinnen auf vielfältige Art geehrt u. beglückwünscht . Es gab offizielle Urkunden für Chorzugehörigkeit, die von 3 bis 70 Jahren reicht. Die Bläser des Posaunenchores überraschten und schmückten jede Sängerin u.a. mit einem Schal in der Kirchenfarbe Violett, der mit dem Aufdruck 1897 – 110 Jahre Kirchenchor Caselwitz – 2007 versehen ist. Wir bekamen kleine Präsente von der Kirchgemeinde, (die außerdem im Anschluss an den Gottesdienst einen Stehempfang für uns und alle Gottesdienstbesucher vorbereitet hatte), Grußworte und Glückwünsche, Gaben und Geschenke...
Lob und Ehrung wurde unserer Chorleiterin Michaela Jalowski für ihre ehrenamtliche Arbeit zuteil, sowie Frau Ilse Helm und Frau Hanna Erdmann, die 70 u. 45 Jahre treue Dienste im Chor leisteten und aus gesundheitlichen Gründen leider ausscheiden müssen.
Es gäbe noch vieles zu berichten, das diesen Rahmen sprengen würde, und so möchten wir Sängerinnen uns bei ALLLEN, die zum Gelingen unseres Festes beitrugen – in welcher Form auch immer – recht herzlich für alle empfangene Freude bedanken.
Zum Abschluss übernehme ich den Schlussteil aus unserer Chronik:

Nach dem ein Kirchenchor im Gottesdienst besonders schön gesungen hatte, fragte der Pfarrer die anwesenden Kinder, was der Unterschied zwischen einem normalen Chor und einem Kirchenchor wäre. Eines der Kinder antwortete: Ein Kirchenchor muss glauben, was er singt! In diesem Glauben wollen wir weiter für hoffentlich noch viele Jahre unseren Dienst für unsere Gemeinde tun...

Im Namen des Kirchenchores – Gesine Solleder

 


Jubiläum....

Im Ostersonntags-Gottesdienst wurde Chorleiterin Michaela Jalowski von ihren „Chordamen“ total überrascht, als sie ihr zu ihrem 10jährigen Chorleiterinnen-Jubiläum gratulierten u. sich für ihr Engagement u. viele Stunden Arbeit bedankten.

Im April 1996 übernahm Frau Jalowski, die in unserer Gemeinde auch als nebenamtliche Organistin Dienst tut, die Leitung des Kirchenchores von ihrem Vater, unserem damaligen Pfarrer Herrn Siegfried Göckeritz. Obwohl sie damals beruflich bedingt nur an den Wochenenden Zuhause war, konnte die Chorarbeit weiter gehen; u. auch, als sich nach u. nach 3 Kinder einstellten, füllte u. füllt sie ihre Aufgabe mit Liebe aus.
Wir freuen uns darauf, noch viele Jahre unter ihrer „Stabführung“ zum Lobe Gottes zu musizieren.

 


100 Jahre Kirchenchor Greiz-Caselwitz

"Eine der schönsten und herrlichsten Gaben Gottes ist die Musica. Der ist der Satan sehr Feind, da man damit viel Anfechtung und böse Gedanken vertreibt." Mit diesem Ausspruch verwies schon Martin Luther auf die hohe Bedeutung der Musik, die deshalb auch in der lutherischen Kirche eine besondere Rolle spielt. In Caselwitz, dessen Kirche seit 1954 den Namen des Reformators trägt, wird am 7. September der Kirchenchor sein 100jähriges Jubiläum festlich begehen.
Hervorgegangen ist der Caselwitzer Kirchenchor aus einem Straßen- oder Singchor, der auch Kurrende genannt wurde. Sonntagmorgen zogen vorwiegend Kinder durch die Dörfer des Kirchspiels von Haus zu Haus und ließen ihre Lieder erklingen. Schließlich sang man unter der Begleitung des Kantors Gustav Adolph Hausold auch bei Hochzeiten und Trauerfeiern, aber auch bei anderen festlichen Gelegenheiten. Endlich bildete sich am Ende des vorigen Jahrhunderts neben der Kurrende, die an Bedeutung nach und nach verlor, ein fester Stamm von Sängerinnen und Sängern heraus, die sich zu Singstunden trafen und damit zum eigentlichen Kirchenchor wurden. Dies war vor nunmehr genau 100 Jahren. Schon im Januar 1897 schrieb Pfr. Hoffmann in einem Brief an das Konsistorium in Greiz, "daß dem Pfarramt die Bildung eines eigentlichen Kirchenchores erwünscht wäre." Mit der Pensionierung des erkrankten Kantors Hausold zu Ostern 1897 sollte diese Stelle neu besetzt werden. Noch im April 1897 legte der Kirchenvorstand fest, daß zu den Aufgaben des neuen Kantors auch die Leitung des Kirchenchores zu gehören hat. Tatsächlich übernahm ab Ostern 1898 der in Moschwitz geborene Franz Suhr nicht nur die Stelle des 1. Lehrers in Caselwitz, sondern auch das Kantorenamt mit der Verpflichtung, den Kirchenchor zu leiten. Zunächst konnte er auf die im Pfarramt vorhandenen Noten und Gesangbücher zurückgreifen. Bald genügte dies jedoch nicht mehr den gestiegenen Ansprüchen. In der Caselwitzer Kirchrechnung des Jahres 1899 findet sich der Vermerk, daß "für Inventar an Noten für den neugegründeten Kirchenchor" der nicht unerhebliche Betrag von 16,60 Mark ausgegeben wurde. Ein Weihnachtsbaum kostete im gleichen Jahr übrigens 2,25 Mark. In den folgenden Jahren wurden weitere Melodienbücher, die sächsische Zeitschrift "Der Kirchenchor" und neue Noten erworben. Inzwischen hatte der Kirchenchor einen festen Platz im Leben der Kirchgemeinde eingenommen. Am 16. Dezember 1902 beschloß deshalb der Kirchenvorstand, daß dem Chor ab 1903 eine jährliche Vergütung von 50 Mark zukommen soll. 1932 wird der Lehrer Albert Golle neuer Kantor. In seinem Arbeitsvertrag wurde sein Dienst auch bezüglich des Kirchenchores wieder genau geregelt. So oblag es ihm als Leiter des Chores, für die musikalische Ausgestaltung von jährlich etwa 12 Gottesdiensten zu sorgen. Außerdem hatte er regelmäßig Singstunden zur Einübung von Liedern und Chorälen zu halten. Bis August 1945 war er als Kantor und Kirchenchorleiter tätig. Später übernahm Diakon Arthur Lenk neben dem Caselwitzer Kinderchor und dem Posaunenchor auch die Leitung des Kirchenchores, dem Anfang der 50er Jahre 43 Erwachsene angehörten. Seidem waren viele Chorleiter um das weitere Wirken des Kirchenchores bemüht. Heute singen 24 Frauen unter der Leitung von Frau Michaela Jalowski, welche seit April 1996 den Chor leitet, mit. Dabei gilt nach wie vor das Wort Kantor Suhrs, der 1904 schrieb: "Der Caselwitzer Kirchenchor soll dazu berufen sein, die Gemeinde zu erbauen und ihr das Gotteshaus und die Gottesdienste lieb und wert zu machen."

Sven Klein

Anmerkungen:
Zusammengestellt nach Unterlagen des Pfarrarchives Caselwitz (Akte XXa.; Kirchrechnungsband 1879-1909; Protokollbücher des Kirchenvorstandes, Akten 301 und 308) und mündlichen Auskünften von Herrn Pfr. S. Göckeritz.

 


....jedes Sängerherz eine jubelnde Lerche...
Festgottesdienst zum 100jährigen Caselwitzer Kirchenchorjubiläum

Am Sonntag, dem 7. September 1997 wurde das 100jährige Jubiläum des Caselwitzer Kirchenchores mit einem Festgottesdienst würdig begangen. In der feierlich geschmückten Martin-Luther-Kirche hatten sich zahlreiche Ehrengäste, darunter auch frühere Chorleiter eingefunden, um dankbar auf viele gemeinsame Jahre zurückzublicken, in denen viel gesungen und musiziert wurde. Unter dem Leitgedanken des langjährigen Chorleiters Diakon Arthur Lenk: "Jedes Instrument ein blinkender Sonnenstrahl, jedes Sängerherz eine jubelnde Lerche" wurde der Gottesdienst eine musikalische Freude zum Lobe Gottes. Im Verlaufe des Gottesdienstes bewies der Kirchenchor sein hervorragendes Können. Die Predigt hielt der Tschirmaer Pfarrer Klaus Rudorf, der selbst einmal den Chor geleitet hatte. Unter dem Thema "Singet dem Herrn in eurem Herzen" (Kol.3,16) erinnerte er daran, wie wichtig die Musik für jeden von uns ist. Mit Liedern können wir Freude und Leid, aber auch Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Deshalb sollen wir Gott loben und danken, daß er uns die Musik geschenkt hat. Stellvertretend für den verhinderten Landesobmann Alwin Friedel überbrachte KMD Siegfried Schadwill die Grüße und Glückwünsche des thüringischen Kirchenchorwerkes. Gemeinsam mit Pfarrer Siegfried Göckeritz ehrte er die aktivsten Sängerinnen. Zu den Ausgezeichneten gehörten Frau Elfriede Seifert für 70 Jahre aktives Wirken im Chor, während Frau Ilse Helm und Frau Elli Bartuschek auf eine 60 bzw. 50jährige Mitgliedschaft zurückblicken können. Alle Sänger des Kirchenchores erhielten als Dank für die jahrzehntelange Treue aus den Händen der Kirchenältesten eine Rose. Die Mitglieder des Caselwitzer Posauenenchores hatten sich etwas ganz besonderes einfallen lassen: Sie überreichten nach einem Grußwort von Diakon Gerhard Jalowski eine Stimmgabel, die symbolisch auf einem Stein befestigt war. Dabei soll der Stein die Basis Jesus Christus darstellen, die Stimmgabel aber als Symbol für das gesungene Wort stehen. Superintendent Arne Witting stellte fest, daß ein 100jähriges Jubiläum etwas durchaus außergewöhnliches für einen Kirchenchor ist. In seiner Beständigkeit und Freude am Singen zur Ehre Gottes stellt er einen sehr lebendigen Baustein in der Caselwitzer Kirchgemeinde dar. Den Dankesworten schlossen sich die ehemaligen Chorleiter Anneliese Märtz und Karla Hupfer sowie der Greizer Bürgermeister Dr. Andreas Hemmann und Jürgen Frantz stellvertretend für den Ortschaftsrat Grochlitz-Caselwitz an. Im Anschluß an den über 2 ½ stündigen Festgottesdienst sang der Chor am Grab des ehemaligen Chorleiters Arthur Lenk und an den Gräbern langjähriger Sängerinnen. Ein liebevoll vorbereitetes Gemeindefest im Pfarrgarten schloß diesen erlebnisreichen Festtag im Leben der Caselwitzer Kirchgemeinde angemessen ab.

Sven Michael Klein

Sprechzeiten im Pfarramt

Büro (Verwaltung und Friedhof): Frau Müller
Montag und Dienstag 10:00 Uhr-11:30 Uhr, sowie Donnerstag 15:00 Uhr - 17:00 Uhr

Pfarrer Krause:
Donnerstag: 9.00 Uhr-11.00 Uhr
sowie jederzeit nach Vereinbarung!

Tel.: (03661) 6646
Fax: (03661) 45 52 50